Unser Gemeindelogo - Seit 2009 das neue Zeichen für die Evangelische Kirchengemeinde Warendorf
Ein gleichseitiges weißes Kreuz auf einer rotvioletten Kreisfläche ...
Scheinbar einfach und schnell zu merken.
Dieses Zeichen repräsentiert seit Herbst 2009 die neue Evangelische Kirchengemeinde Warendorf (bestehend aus den vier in 2007 fusionierten Gemeindebezirken Warendorf, Westkirchen-Ostenfelde-Beelen, Freckenhorst-Hoetmar und Everswinkel-Alverskirchen-Müssingen) und spiegelt im Unterschied zu Urkunden, die das Dienstsiegel tragen, die vielfältigen Seiten und Erscheinungsformen der Gemeinde in allen Briefen und Drucksachen wider. Für diese umfangreiche Aufgabe erweist sich das vorliegende so einfache Zeichen bei näherem Hinschauen als vielschichtig und geeignet, besonders wenn man sich auf seine Gestaltung im Einzelnen einlässt:
Zunächst erkennt man die runde Farbfläche, die als Symbol für die Gemeinde zu denken ist. Sie wirkt wie eine glatte geschlossene Scheibe aus undurchsichtigem farbigem Stoff, im übertragenen Sinne konkret wie der Begriff der Gemeinde überhaupt und als Zeichen dafür recht plausibel. Schaut man aber näher hin, dann wird man gewahr, dass eigentlich nur vier Teilflächen oder Segmente existieren; die Gesamtform des Kreises entsteht dagegen erst im Auge des Betrachters, und zwar dann, wenn er die Teile im Kopf zusammenfassend vervollständigt. Mit unserer neuen Kirchengemeinde ist es ähnlich; man muss sie im Kopf haben.
Konkret kann man jedes der vier Segmente mit je einem der vier bestehenden Pfarrbezirke gleichsetzen.
Vorgeschlagen wird die folgende Zuordnung:
- Warendorf-Einen liegt links oben,
- Freckenhorst–Hoetmar rechts unten;
- Everswinkel–Alverskirchen liegt links unten und
- Beelen–Westkirchen–Ostenfelde rechts oben.
Die Gesamtgemeinde ist entsprechend der obigen Erläuterung dann zu erkennen als der zusammenfassende Rahmen, der die vier in Jahrzehnten gewachsenen Bezirke zur neuen Einheit vervollständigt. So wie das Auge des Betrachtenden den eigentlich nur angedeuteten Kreis von sich aus vervollständigen muss, wird in diesem Logo die neue Großgemeinde als die besondere Aufgabe für alle bisherigen Teilgemeinden sinnfällig gemacht.
Das Zeichen kann dann variiert werden, wenn zum Beispiel ein einzelner Pfarrbezirk Urheber eines Briefes oder einer Veröffentlichung ist, oder aber wenn er aus anderen Gründen besonders betont werden soll. Für diesen Fall wird im Logo das Segment des betreffenden Bezirks durch eine stärkere Farbigkeit einzeln hervorgehoben. Soweit die farbige Seite des Logos, kompakt, konkret und handfest.
Der zweite Teil des Zeichens ist das Kreuz. Es unterscheidet sich von üblichen Kreuzdarstellungen dadurch, dass es nur aus zwei eigentlich substanzlosen Streifen besteht. Sie haben keine eigene Farbe, sondern nur die Farbe des Untergrundes und kreuzen sich zwischen skizzenhaft gezeichneten Umrissen aus gebündelten Linien mit offen auslaufenden und unbegrenzten Enden. Der Untergrund wird durch sie in den Raum zwischen den farbigen Segmenten hineingezogen. Je stärker man nach dem Kreuz sucht, desto mehr löst es sich auf und ist am Ende im Materiellen nicht mehr fassbar. Es bleiben lediglich die Bahnen, die zwischen den vier Segmenten mit einer alles durchdringenden Kraft intensiv zu leuchten beginnen. Das dynamische Kreuz gliedert das Zeichen und hält zugleich die Farbfelder an ihrem Platz.
Es liegt nahe, dieses Kreuz als das Kreuz Christi und als Fundament der Gemeinde zu interpretieren, zumal es nahtlos aus dem tragenden Untergrund hervorgeht, mit ihm verspannt ist. Weil es weder eine Stofflichkeit noch Enden hat, ist es kein Kreuz, von dem man sagen könnte, seine Reichweite sei begrenzt, auch keins, das man wie eine Last aufnehmen könnte und tragen müsste. Offen bleibt, ob das Kreuz auf oder in der Kreisfläche liegt. Ein winziges Detail: Ein Teil der schwarzen Linienbündel außerhalb der Kreisfläche hört beim Eindringen in den Kreis einfach auf oder verwandelt sich in weiße Linien, die nun das Kreuz im Kreis begleiten und beides voneinander trennen. So scheint das Kreuz auf einmal hinter den farbigen Flächen zu liegen und diese zu durchleuchten. So wird im Logo das Kreuz zum zentralen Gerüst und in der Gemeinde zur Verheißung, die Kraft, Halt und Orientierung bietet.
Es ist bemerkenswert, wie stark in diesem Logo alle Kontraste zu einer unauflöslichen Einheit verschmelzen. Die grafische Vielschichtigkeit des Zeichens entspricht zugleich dem komplexen Gemeindegefüge, für welches es das Sinnbild ist.
Nicht alle Reproduktionstechniken lassen die Wiedergabe in Farbe zu. Deshalb muss das neue Logo auch in Schwarzweiß verwendet werden können. Das ist ohne weiteres möglich, wenn man die Farbfelder grau statt farbig druckt.
Man könnte sogar noch weiter gehen und statt der grau eingefärbten Farbfelder nur deren äußere Kreisbogen wiedergeben. Das Ganze bekäme einen völlig neuen Charakter, denn der oben beschriebene Kontrast zwischen Flächen und Linienbündeln würde aufgehoben. Die grafische Aussage wird dann eine andere; wir erhalten ein signalhaftes Zeichen ohne Bezug zu den Teilgemeinden, der in der Ursprungsform des Logos ein wesentliches Moment darstellt.
Diesem von der Warendorfer Grafikerin Cornelia Köster entwickelten und überzeugend gestalteten Zeichen ist zu wünschen, dass die neue Evangelische Kirchengemeinde Warendorf mit ihm vertraut wird und sich mit ihm identifiziert, wo immer sie ihm begegnet.
Auszug aus dem Gemeindebrief WAF, Nr. 180, Klaus G. Ring