350. Todestag Paul Gerhardt - Vortrag mit Singen und DVD

350. Todestag Paul Gerhardt - Vortrag mit Singen und DVD

350. Todestag Paul Gerhardt - Vortrag mit Singen und DVD

Freitag, 19. Juni 2026, 19:00 Uhr
Christuskirche, Friedrichstraße 10, 48231 Warendorf

Anlässlich des 350. Todestages von Paul Gerhardt (1607–1676) laden wir zu einer Autorenlesung in der Christuskirche Warendorf ein:
Paul Gerhardt ist etwas Besonderes. Auch 350 Jahre nach seinem Tod geben seine Liedtexte vielen Menschen Kraft und helfen ihnen im Leben. Seine Lieder gehören zu den bekanntesten deutschen Texten, so wie die Märchen der Brüder Grimm und Luthers Bibelübersetzung. Im Evangelischen Gesangbuch stehen 26 Lieder von ihm. Auch das katholische Gesangbuch „Gotteslob“ hat fünf Lieder von Paul Gerhardt aufgenommen.

Paul Gerhardt kommt am 12. März 1607 in Gräfenhainichen zur Welt. Seine Eltern sterben früh, deshalb kommt er mit 15 Jahren als Waise auf die Fürstenschule in Grimma. Danach studiert er mehr als 15 Jahre Theologie in Wittenberg. In dieser Zeit beginnt er, Lieder zu schreiben. Er nennt sie selbst „gesunde Lieder“, die auf Geschichten aus der Bibel basieren.
Ab September 1643 lebt Gerhardt als Hauslehrer in Berlin und ist immer noch „Student der Theologie“. Dort arbeitet Johann Crüger (1598–1662) als Kantor an der Nikolaikirche. Crüger erkennt das Talent von Gerhardt und wird zum musikalischen Entdecker seiner Lieder.
Crüger schreibt die Melodien zu Gerhardts Texten. Durch sein Gesangbuch werden die Lieder weithin bekannt - so lernen sie viele Menschen kennen.
Erst mit 44 Jahren wird Gerhardt Pfarrer in Mittenwalde. Drei Jahre später heiratet er Anna Maria Berthold. Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) hat das Land und die Menschen sehr geschwächt. Von den 1.000 Einwohnern in Mittenwalde leben nur noch 250. Als Pfarrer baut Gerhardt das Gemeindeleben wieder auf. Zusammen mit seiner Frau hilft er den Menschen auch privat und ist ein Freund der einfachen Leute.
Das Ehepaar erlebt auch selbst viel Leid. Ihre erste Tochter stirbt im Januar 1657 nach nur acht Monaten. Später in Berlin sterben drei weitere Kinder kurz nach der Geburt. Nur ein Sohn lebt länger als seine Eltern.

Nach fünfeinhalb Jahren in Mittenwalde bekommt Paul Gerhardt eine neue Stelle. Er geht als Pfarrer an die wichtige Nikolaikirche in Berlin. Das ist der Höhepunkt seiner Karriere. Dort gerät er in einen Streit mit dem Herrscher des Landes, Friedrich Wilhelm (1620–1688). Es ist ein Streit wegen des Glaubens. Der Herrscher will, dass Gerhardt in Glaubensfragen gehorcht und ein Papier unterschreibt, das „Toleranzedikt“ heißt. Für Gerhardt ist das aber nicht möglich.
Das Ergebnis des Streits ist: Der Kurfürst entlässt Paul Gerhardt. Dabei war Gerhardts Lied „Befiehl du deine Wege“ angeblich das Lieblingslied des Kurfürsten.
Zu diesem Unglück kommt ein weiteres hinzu. Nachdem Gerhardt seine Arbeit verliert, stirbt 1668 auch seine Frau.
Ab Sommer 1669 arbeitet er als Pfarrer in Lübben im Spreewald. Aber seine Kräfte lassen nach. Er schreibt keine neuen Lieder mehr. Paul Gerhardt stirbt am 27. Mai 1676 im Alter von 69 Jahren.

 

BU: Kupferstich Paul Gerhardt (1607–1676), lutherischer Theologe und Dichter 17. Jahrhundert; aus der Bildersammlung des evangelischen Predigerseminars in der Lutherstadt Wittenberg

Vortrag mit Singen und DVD zum 350. Todestag von Paul Gerhardt

Freitag, 19. Juni | 19.00 Uhr | Christuskirche

Pfarrer em. Michael Schankweiler

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